F3A auf dem Gerstenacher
Gestern war René Bossert mit seiner Curare auf dem Gerstenacher und flog einige klassische F3A-Kunstflugfiguren in beeindruckender Präzision. Schnell wurde deutlich, dass ein erfahrener Pilot das Steuer in Händen hielt: Bereits in den 1980er-Jahren war René ein begeisterter F3A-Pilot und nahm erfolgreich an zahlreichen Wettbewerben teil.
Damals wurden die F3A-Modelle noch von 10-cm³-Verbrennungsmotoren angetrieben. Seine heutige Curare ist ein detailgetreuer Nachbau eines der legendären F3A-Wettbewerbsmodelle jener Zeit, allerdings ausgestattet mit einem modernen, leistungsstarken Elektroantrieb. Dieser verbindet den klassischen Charakter des Modells mit den Vorteilen der heutigen Antriebstechnik.
René hat sich vorgenommen, seine F3A-Fähigkeiten wieder aufzufrischen und seine Curare künftig häufiger in die Luft zu bringen. Es ist also gut möglich, dass man ihn in Zukunft öfter auf dem Modellflugplatz beim präzisen Kunstflug antreffen wird.
Was René am F3A-Fliegen besonders fasziniert, ist die Genauigkeit. Jede Figur soll sauber, symmetrisch und kontrolliert geflogen werden. Damit das gelingt, braucht es jedoch ein perfekt abgestimmtes Modell. Ein exakt eingestellter Schwerpunkt und ein sorgfältig ausgetrimmtes Flugzeug sind die Grundlage für präzisen Kunstflug. Dieser zusätzliche Aufwand lohnt sich: Ist das Modell einmal optimal eingestellt, wird jeder Flug mit einem einzigartigen Fluggefühl und viel Freude am präzisen Fliegen belohnt.
Was ist F3A
F3A ist die internationale Wettkampfklasse für präzisen Motorkunstflug mit Modellflugzeugen. Ziel sind nicht spektakuläre oder besonders waghalsige Flugmanöver, sondern das möglichst exakte und elegante Fliegen eines vorgegebenen Kunstflugprogramms.
Ein F3A-Wettbewerbsprogramm besteht aus einer Reihe festgelegter Figuren wie Loopings, Rollen, Turns, Trudeln oder Kombinationen daraus. Jede Figur muss möglichst fehlerfrei und in einer idealen geometrischen Form geflogen werden.
Der Begriff F3A stammt aus dem Reglement der Fédération Aéronautique Internationale (FAI). Dabei steht:
- F für Modellflug
- 3 für ferngesteuerte Flugmodelle
- A für Motorkunstflug.
F3A gilt bis heute als die Königsdisziplin des präzisen Modellkunstflugs, bei der nicht spektakuläre Showeffekte, sondern fliegerisches Können, Konzentration und ein perfekt abgestimmtes Modell im Mittelpunkt stehen.
Bei Wettkämpfen bewertet eine Jury unter anderem:
- die Präzision der Flugfiguren,
- gleichmässige Radien bei Loopings,
- exakt gerade Fluglinien,
- saubere Rollen,
- konstante Geschwindigkeit,
- symmetrische Figuren sowie
- die exakte Positionierung des gesamten Programms im Flugraum.
Über die Curare
Die Curare von René hat die typischen Merkmale eines F3A-Modells:
- grosse, ausgewogene Ruderflächen,
- ein sehr neutrales und gutmütiges Flugverhalten,
- hohe Präzision in allen Fluglagen,
- genügend Leistungsreserve für senkrechte Flugfiguren,
- ein möglichst vibrationsarmer und gleichmässiger Antrieb.
Während in den 1970er- und 1980er-Jahren fast ausschliesslich 10-cm³-Verbrennungsmotoren eingesetzt wurden, fliegen moderne F3A-Modelle heute nahezu ausschliesslich mit leistungsstarken Elektroantrieben. Diese ermöglichen eine konstante Leistungsabgabe, einen ruhigen Lauf und ein deutlich geringeres Geräusch.
Die Curare - eine Legende des F3A-Kunstflugs
Die Curare zählt zu den bekanntesten und erfolgreichsten F3A-Kunstflugmodellen aller Zeiten. Sie wurde Mitte der 1970er-Jahre vom österreichischen Modellflugpionier Hanno Prettner konstruiert und setzte neue Massstäbe im präzisen Motorkunstflug. Mit der Curare gewann Prettner 1977 die F3A-Weltmeisterschaft in Springfield (USA) und leitete damit eine neue Ära im internationalen Kunstflug ein.
Die ursprüngliche Curare wurde mit einem 10-cm³-Verbrennungsmotor betrieben und war konsequent auf schnelles, präzises Fliegen ausgelegt. Charakteristisch waren ihre schlanke Rumpfform, die markante Flügelgeometrie und das V-förmig nach unten angestellte Höhenleitwerk. Dank ihrer aussergewöhnlichen Flugeigenschaften wurde sie zum Vorbild vieler späterer F3A-Konstruktionen.
Heute erlebt die Curare eine Renaissance. Äusserlich ist sie dem Original nahezu treu geblieben, technisch wurde sie jedoch an die heutige Zeit angepasst. Moderne Nachbauten fliegen meist mit leistungsstarken Elektroantrieben, die für eine gleichmässige Leistungsentfaltung, geringe Vibrationen und einen deutlich leiseren Betrieb sorgen, ideale Voraussetzungen für präzisen Kunstflug.
Der Konstrukteur
Hanno Prettner (*1951, Österreich) gilt als einer der erfolgreichsten Modellkunstflugpiloten der Geschichte. Er gewann insgesamt sieben F3A-Weltmeistertitel und entwickelte zahlreiche legendäre Wettbewerbsmodelle wie Curare, Magic, Calypso, Supra Fly, Supra Star und Mystic. Mit seinen Konstruktionen und seinem fliegerischen Können prägte er den internationalen F3A-Kunstflug über viele Jahre entscheidend.