, Webmaster

Nieuport 23 gesichtet

Kürzlich war Manuel Maurer als Gastpilot mit seiner selbst gebauten Nieuport 23 auf dem Modellflugplatz.

Kürzlich war Manuel Maurer als Gastpilot mit seiner bis ins letzte Detail originalgetreu nachgebauten Nieuport 23 auf unserem Modellflugplatz zu sehen. Das in mehreren tausend Arbeitsstunden entstandene Modell beeindruckt durch seine aussergewöhnliche Detailtreue und die authentische Farbgebung der damaligen Schweizer Luftwaffe.

Nieuport 23 C.1

Zuerst einige Infos zum Original.

Die Nieuport 23 C.1 war ein französisches Jagdflugzeug aus dem Jahr 1916. Die Schweizer Fliegertruppen beschafften fünf Flugzeuge (Immatrikulation 601 - 605) und setzten sie zwischen 1917 und 1921 ein. Ursprünglich als Jäger vorgesehen, diente sie in der Schweiz vor allem der fliegerischen Grundausbildung und dem Übergangstraining auf wendigere Einsitzer der damaligen Zeit.

Als leichter 1½-stieliger Doppeldecker mit einem 110-PS-Le-Rhône-Rotationsmotor erreichte sie eine Höchstgeschwindigkeit von 172 km/h, eine Einsatzhöhe von 5300 m sowie eine Flugdauer von rund 2 Stunden. Die Konstruktion in Gemischtbauweise mit Stoffbespannung machte sie agil, aber empfindlich. Die Nieuport führte ein synchronisiertes Flieger-MG, dessen Schussbahn durch die Propellerebene verlief.

Vom leistungsfähigeren Nachfolgemodell Nieuport 28 C.1 befindet sich je ein Exemplar im Flieger- und Flab-Museum in Dübendorf und im Verkehrshaus Luzern.

Am Rande erwähnt: Das Anhängsel C.1 bezeichnet den vorgesehenen Einsatz, C steht für Chasse, also Jäger, und die 1 für einsitzig.

Das Modell

Der Bau dieses aussergewöhnlichen Modells verschlang etwa 3000 Arbeitsstunden, was man in jedem Detail sieht. Selbst auf dem aus einem Eisenrohr nachgebildeten Flieger-MG findet sich die originale Seriennummer, fein eingraviert wie beim historischen Vorbild. Wie bei den meisten Nieuport-Jagdflugzeugen der WWI-Ära wurde die Flügelbespannung auch beim Modell genäht und anschliessend lackiert / gespannt, nicht einfach geklebt. Ebenso wurden die klassischen Drahtspeichenräder mit Stoffabdeckungen nachgebaut und nicht als Fertigprodukt eingekauft und angepasst. Verständlich daher, dass solche, von aussen kaum sichtbare Details, zu grossem Zeitaufwand führten. Als Vorlage dienten originale Bauzeichnungen, die dank guter Kontakte beschafft werden konnten.

Nach rund einer halben Stunde Aufbau war die Nieuport startbereit und hob, benzinbetrieben und absolut vorbildgetreu, vom Gerstenacher ab.

Ein mit solchem Aufwand erstelltes Modell zu fliegen erfordert zweifellos Mut. Doch für Manuel überwiegt die Freude eindeutig: Das unverwechselbare Flugbild, die Harmonie im Flug und das Wissen, ein komplett selbstgebautes Modell in dieser Qualität in der Luft zu sehen, sind für ihn jede Sekunde und jedes Risiko wert. Ob er ein solches Meisterwerk ein zweites Mal mit derselben Detailtreue bauen würde, verneint er jedoch schmunzelnd, dafür steckt schlicht zu viel Herzblut und Arbeit darin.

Du findest weitere Fotos von diesem Flugmodell auf der Seite mit, na ja, den Fotoalben.